Über die Schulbank hinaus

Warum? Wofür brauch ich das?

Diese beiden Fragen werden mir sehr häufig gestellt. Häufig habe ich darauf keine zufriedenstellende Antwort. Heute, auf dem Weg nach Hause, dachte ich darüber wieder einmal nach. Dabei fand ich für mich eine einleuchtende Erklärung für dieses Warum.

Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellte, war: Wie sehe ich Schule? Sehe ich Schule als Muss, als Qual, als notwendiges Übel, wird die Antwort auf das Warum und Wofür immer negativ ausfallen. Wenn ich mich aber traue, die Perspektive zu verändern, dann habe ich eine große Chance, positive Antworten zu finden.

Diese werden nie konkret sein. Wie auch? Wie soll ein Grundschüler wissen, wofür er tatsächlich das erworbene Wissen braucht. Einem Schüler der oberen Klassen kann es ähnlich gehen.

Aber Schule bietet uns die Chance, uns auszuprobieren. Ich lerne viele Sachen kennen, von denen ich einige wirklich gerne mag, andere furchtbar finde. Ich kann lernen, mich dennoch mit diesem „furchtbaren“ Stoff auseinanderzusetzen. Ich kann erfahren, dass es gar nicht so schlimm ist.

Und diese Erfahrung, zu wissen, was ich mag und kann und zu wissen, was ich nicht mag und nicht so gut kann, ist wesentlich für die eigene Entwicklung. Ich brauche Schule nicht nur zum Pauken von Fachwissen, vielmehr brauche ich Schule zum Lernen, wie Lernen funktioniert.

Ich weiß, dass ist ein Ideal. Ich weiß, dass das nicht immer funktioniert. Aber es ist es wert, zu erreichen. Und die Veränderung beginnt bei jedem von uns.

Also, völlig egal wofür ich konkret die linearen Funktionen brauche. Herzlichen Glückwunsch, dass ich sie kennen lernen durfte. Wichtig ist, was nebenbei vertieft wurde. Wichtig ist, sich mit dem Thema offen und angstfrei auseinanderzusetzen und daran zu wachsen.