Was sind das eigentlich, smarte Ziele?

Zu Beginn eines jeden Schuljahres, oder Jahres, nehmen wir uns fast immer etwas vor.

Welche Antwort würdest du mir auf diese Frage geben: Was möchtest du in diesem Schuljahr erreichen?

Eine mögliche Antwort unserer Kinder könnte sein: In der Schule besser werden.
Vielleicht hat dein Kind diese Antwort als Frage formuliert? Und hat es das gesagt, weil es das möchte oder weil es glaubt, dass du das von deinem Kind erwartest?

Es macht einen riesengroßen Unterschied, aus welcher Motivation heraus Ziele formuliert werden. Wenn mir Kinder diese Antwort geben, dann frage ich sehr gerne nach dem Warum. Und oft kommt dann als Antwort: „Naja, weil Mama das möchte“. „Und was möchtest du?“, frage ich dann zurück. „Hm, …“ Das ist oft gar nicht so leicht zu beantworten.
Warum wir in der Schule so gut wie möglich sein sollten, wird uns selbst einfach auch oft erst danach klar.

Bevor wir das Ziel also so formulieren, dass jeder Lust hat, das auch zu erreichen, braucht es einen triftigen Grund. Also, liebe Mama, lieber, Papa, warum möchtest DU, dass dein Kind in der Schule Gas gibt und alles rausholt?

Du möchtest, dass dein Kind einen Job bekommt, den es glücklich macht und Sicherheit bietet? Du möchtest, dass es dein Kind einmal besser hat als du? Du möchtest, dass dein Kind sich verwirklichen kann?

Super und lieben herzlichen Dank, dass du dein Kind gerade dabei unterstützt. Aber vergiss bitte dabei nicht, dass ist deine Motivation. Dein Kind kann, je älter es wird, deine Argumente und Beweggründe und eigene Erfahrungen besser greifen und verstehen.

Wie können wir unsere Kinder also auf diesem Weg begleiten?

Definieren wir doch zunächst was ein Ziel ist und wie diese sein sollten, so dass wir sie auch umsetzen.
Recherchiert man nach einer Definition des Wortes Ziel, stößt man immer wieder auf folgende oder ähnliche Formulierung:
Ein Ziel beschreibt einen in der Zukunft liegenden Zustand, der sich vom gegenwärtigen Zustand unterscheidet und erstrebenswert ist.

Also ein Ziel liegt in der Zukunft, ist also zeitlich terminiert. Ein Ziel beinhaltet eine Veränderung in einem Verhalten, und besser in der Schule zu werden, geht nicht ohne dem. Ein Ziel muss sich für mich lohnen. Das Ergebnis muss sich gut anfühlen.
Es gibt genau dafür einen kleinen Trick, der helfen kann ein Ziel so zu formulieren, dass genau den Kriterien entspricht. Ziele müssen SMART sein.

SMART steht dafür spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert.

Nehmen wir den Satz „Ich möchte in der Schule besser werden“ und machen ihn smart.

Wann glaubst du, ist dieser Zustand erreicht? Was bedeutet das denn eigentlich genau? Woran merkst du, dass das Ziel erreicht wurde? Wie fühlt sich dieser Satz für dich an?
Es wird schwer, all die Fragen so zu beantworten, dass du glücklich bist. Und das soll es nämlich. Dein Ziel soll dich motivieren, weil es sich meeeeeega anfühlt.
Also, gehen wir die Fragen noch einmal, nach meiner Logik, durch:

Wann ist in der Schule etwas messbar? Ich denke die Antwort ist nicht schwer: nach einem Test, einer Arbeit einer Klausur, spätestens auf dem Zeugnis.
Worin genau möchte sich Dein Kind denn verbessern? Schreibt doch einfach alle Bereiche aus der Schule gemeinsam auf, wo dein Kind glaubt, dass eine Veränderung hermuss. Seid ehrlich! Denn ich glaube, mit vielen einfachen kleinen Mitteln, lässt sich Großes verändern. Pickt euch eine Sache raus, wo ihr genau wisst, dass das gut umzusetzen ist, weil dein Kind alles hast, was es braucht um besser zu sein als bisher.

Was haben wir:

SPEZIFISCH: nächster Vokabeltest
MESSBAR: besser als drei
AKZEPTIERT: du hast die Wahl getroffen und sie fühlt sich gut? Wenn nicht, dann muss ein anderes Ziel her oder weiter spezifiziert werden.
REALISTISCH: Ist es wirklich machbar, die drei oder besser zu erreichen? Wenn nein, dann pass deine Entscheidung weiter an.
TERMINIERT: nächster Freitag, 3. Stunde

Als Satz lautet das dann: Im Vokabeltest am nächsten Freitag schreibe ich eine drei oder besser.
Wie fühlt sich das an? Alles in deinem Kind schreit  JAAAAAAA? Dann steht DAS smarte Ziel.

Und das, liebe Eltern, funktioniert bei uns genauso wie bei unseren Kindern. Und bevor ihr eure Kinder damit überfallt, übt erst mit euren Zielen.